Was ist Terra Preta?

Was ist Terra Preta und warum lohnt es sich diese herzustellen?

Terra Preta (portugiesisch: schwarze Erde) ist eine Errungenschaft der alten indianischen Hochkulturen im Amazonasbecken. Felder die regelmässig mit Pflanzenkohle aufgewertet werden, weisen mit 10 bis 20 Prozent organischem Kohlenstoff (Humus), bis zu fünffachem Phosphor und Stickstoffgehalt oft über das ganze Bodenprofil von einem Meter und mehr auf. Da staunt jeder Bodenkundige!

Bei uns in der Schweiz kämpfen wir mit Böden, die wenige Zentimeter tief 0,5 bis 1 Prozent Kohlenstoffgehalt haben. Gute Ackerböden kommen auf 3 Prozent Kohlenstoff und Gartenböden haben selten mehr als 5 Prozent und da machen das Gärtnern und die Erträge schon richtig Freude. Stellen Sie sich nun eine Erde vor, die über einen ganzen Meter Mächtigkeit 15 Prozent stabilen organischen Kohlenstoff (Humus) aufweist. Die Mengen an Nährstoffen und Wasser, die so eine Erde speichern kann, die perfekte gesunde Ernährung der Pflanzen, die so ein Boden bereitstellen kann und das Potential für Bodenleben wie Bakterien, Pilze und Regenwürmer ist unvorstellbar.

Bei „guter fachlicher Praxis“ schafft man es mit herkömmlichen Methoden maximal 1 Prozent organischen Kohlenstoff in 40 bis 60 Jahren aufzubauen. Die Realität sieht aber eher so aus, dass die moderne Landwirtschaft mit ihren Bewirtschaftungsmethoden einen Humusabbau bewirkt. Mit einem breiten Einsatz von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft, könnte man die Bodenmächtigkeit erhöhen und sogar CO2 in den Boden fixieren.

Das auffälligste an den Terra Preta-Böden ist die über das ganze Bodenprofil verteilte „Pflanzenkohle“. Da man praktisch jedes organische Material und nicht nur Holz verkohlen kann, sagt man besser Biokohle. Zum Beispiel kann Biokohle aus Stroh, Rinde, Ernterückständen oder mit modernen Methoden sogar aus feuchten Küchenabfällen hergestellt werden. Biokohle ist in Böden über Jahrtausende stabil und wird kaum chemisch oder biologisch abgebaut. Im Boden wirkt Biokohle ähnlich wie Humus. Die schwammartige, poröse Struktur der Biokohle kann große Mengen Wasser und Nährstoffe speichern, die den Pflanzenwurzeln auf Abruf zur Verfügung stehen. Dadurch erreicht man eine perfekte und gleichmäßige Ernährung der Pflanzen. In den Hohlräumen der Biokohle können sich, perfekt geschützt, komplexe Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen und größeren Bodenorganismen ansiedeln und auch ungünstige Zeiten wie Trockenheit und Nährstoffmangel überdauern, wie sie wegen der Klimaerwärmung häufiger vorkommen.

Mikroorganismen (EM) und ihre Lebensräume (Biokohle) sind schön und gut, aber sie brauchen auch was zum Fressen. Der Kreislauf des Lebens ist kleinräumig geschlossen. Gesunde Böden produzieren gesunde Pflanzen und Lebensmittel für Tier und Mensch. Wir können den Kreislauf des Lebens wieder verstehen lernen. Die Natur kennt keine Abfälle! Die unbekannten Zivilisationen, welche uns Terra Preta hinterlassen haben, machten uns das wertvollste Geschenk. Mit diesem Wissen könnten wir uns ein eigenes Paradies schaffen.

(Quelle ithaka-journal.net)

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